Selbstbeschreibung
Das Reisen liegt in der Natur des Menschen, insbesondere Musiker ziehen von Ort zu Ort, um ihr Publikum zu finden. Als es um seinen Namen ging, kombinierte ein Vierer aus Süddeutschland die Tatsache, dass er ständig auf Achse ist mit dem Nachnamen seiner Sängerin Susan. Als Reisegruppe Fischer düst das Quartett seither kreuz und quer durch die Republik. Die frühen Reisen der Susan Fischer hatten indes noch nichts mit Musik zu tun. Sie ist Tochter einer ugandischen Mutter und eines deutschen Vaters. "Ich bin in Uganda geboren. Als ich sechs Jahre alt war, mussten meine Eltern wegen des Bürgerkriegs nach Deutschland gehen. Zwölf Monate später sind wir wieder zurück nach Afrika, doch drei Jahre darauf gab es erneut Unruhen und wir Kinder mussten Uganda endgültig verlassen." Als Wanderin zwischen den Welten machte sie dabei eine paradoxe Erfahrung: "In Uganda gelte ich als weiß, in Deutschland als schwarz - so erfuhr ich früh, dass Dinge relativ sind".
Susan wuchs bei ihren streng religiösen Großeltern in Kirchheim-Teck auf. "Sie waren der Meinung, dass jeder ein Instrument beherrschen sollte. Da im Haushalt bereits eine Gitarre vorhanden war, habe ich fünf Jahre klassische Gitarre gelernt. Eigentlich hätte ich lieber Querflöte, Geige oder Klavier spielen wollen...", sagt sie rückblickend. Außerdem sang Susan im Kirchenchor, doch statt Bach-Kantaten hätte der jugendliche Abba-Fan lieber die Hymnen der schwedischen Pop-Giganten geschmettert. Die Schulband bot dem Teenager endlich Gelegenheit, die Musik zu spielen, auf die sie Lust hatte." Es zog mich gleich zum Mikrophon. Wir haben Songs von den Beatles und andere Pop-Klassiker gespielt. Es folgten weitere Kapellen, darunter auch eine Mädchenband.
Seit ihrem vierten Lebensjahr macht Susan Fischer bereits Musik, da ist es nur konsequent, dass sie inzwischen alles auf diese Karte setzt. "Ursprünglich wollte ich Lehrerin werden, doch seit dem ersten Staatsexamen konzentriere ich mich nun ganz auf die Band. Ich verbring´ eh die meiste Zeit im Proberaum", lacht sie und freut sich darüber, dass ihre musikaffine Familie den Entschluss voll unterstützt. Schon in der Schule traf sie auf Gitarrist Timo Scheurle, der sie für seine damalige Combo gewann, die herbe Gothic-Klänge intonierte. "Der Funke sprang sofort über und wir wurden über die Jahre immer besser", resümiert Susan, die alles, was sie tut, mit Leidenschaft verfolgt. Musikalisch ging der Trip ihrer Band über Gothic, Rock und Grunge zum heutigen Sound, der zwischen glitzerndem Pop und taffem Indie-Rock hin und her pendelt.
"Ich kann mich für eine gelungene Textzeile oder packende Melodie-Linie begeistern", sagt die singende Autorin, die bis heute ca. zweihundert Texte verfasst hat. "Um zu sagen, was ich meine, suche ich nach Worten, die nicht abgedroschen sind und trotzdem cool klingen." Ein gelungenes Beispiel ist etwa die Single "Hollywood". "Da geht´s um ein Angeber-Pärchen, das glaubt, es würde durch protzige Autos und Markenklamotten aufgewertet. Die Frau ist berechnend, sie weiß, dass sie für den Mann ein Statussymbol ist." Im Video schlüpft die Band in die Rolle williger Musiker, die ihr Äußeres morphen lassen, um so zum optimalen Hochglanz-Produkt einer verlogenen Werbe- und Konsumwelt zu werden.
"Zwischen uns" ist ein pop-musikalisches Meisterwerk, ein ohrwurmiger Ohrwurm, der schon nach dem ersten Hören zum ständigen Begleiter wird. "Es gab ein Lied ohne Text und ein Gedicht ohne Melodie- irgendwie kamen beide zusammen und passten perfekt", erklärt Susan diesen Glücksfall. In "Bang Bang" geht´s um Hass auf einen gewissenlosen Abzocker, aber eben auch um die tröstliche Erkenntnis, dass man sich im Leben stets zweimal trifft. Das nachdenkliche "Mädchen wie du" handelt vom Schicksal der Frauen, die aus anderen Ländern nach Deutschland einwandern. "Sie haben nur eine Chance, sie müssen heiraten. Dafür ertragen sie Umstände, die deutsche Frauen nie akzeptieren würden", sagt die großgewachsene Schönheit, die Grips und Stimme vereint.
Zur Band gehören neben Saitenmann Timo Scheurle außerdem Basser Hannes Gottwald sowie Schlagzeuger Max von Greifenhagen, die allesamt ihren Beitrag zu den zwölf frischen Kompositionen leisteten. Innerhalb von sechs Studio-Wochen brachten sie ihr Debüt "Reisegruppe Fischer" unter Dach und Fach. Produzent Oliver Zülch (u.a. Die Ärzte) polierte die Pop-Perlen auf Hochglanz und sorgte für den nötigen Biss ihrer Indie-Rocker. Heraus kam ein Koffer voll höchst mobiler Songs, die zum Abfahren mit der Reisegruppe Fischer einladen.
Neuester von 2 Kommentaren: ich mags (:
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